Reiseblog #2: 20 Tage Westküste USA – Unsere Route im Detail >>> Teil 1

20 Tage Westküste USA – Unsere Route im Detail >>> Teil 1


Unser Ausgangspunkt und der Anreisetag

 

Als Ausgangspunkt für unseren Roadtrip entlang der Westküste hat sich San Francisco als optimal erwiesen. Da wir gern so viel möglich von der Westküste erkunden wollten - sowohl im Norden als auch im Süden – und ich zudem  in unsere Route noch viel Abwechslung hinsichtlich Strand & Meer aber auch Berge & Natur einbauen wollte, musste der Start definitiv irgendwo in der Mitte erfolgen. Weitere Argumente für San Francisco war ebenso die Tatsache, dass der Flug in unserem Fall von Dresden nach San Francisco wesentlich günstiger war, als beispielsweise ein Flug nach Los Angeles. Auch der Anbieter des Campervans, den wir nach einer gefühlt halben Ewigkeit auf der Suche nach dem perfekten Reisemobil endlich favorisiert hatten, befindet sich ebenfalls in San Francisco – von daher war am Ende alles genau so perfekt. Meine ursprüngliche Wunschvariante oder erste Idee von Seattle nach San Diego zu reisen, war leider weder zeitlich, noch finanziell möglich. Ein Flug nach Seattle kostet ein halbes Vermögen und auch die „One-Way“ Pauschale, die zur Campervan Miete aufgeschlagen wird ist nicht zu vernachlässigen. Was die Reisedauer angeht hätten wir wohl auch mehr als eine Woche bzw. ca. 5 -7 Tage länger benötigt, um eben all das zu entdecken und zu erleben, was die liebevoll von uns getauft und oft genannte „Acht“ zu guter Letzt bieten konnte. Los ging es dann endlich am 25.09.2016 morgens 08:00 Uhr ab Dresden, über Frankfurt am Main und London Heathrow, wo wir problemlos und ohne größere Verspätungen um 17:00 Uhr in San Francisco landeten.

 

Um uns von der langen Reise erst einmal zu erholen und mit allen Kräften unseren Roadtrip zu starten, haben wir die erste und vorerst letzte Nacht im Hotel verbracht. Wir entschieden uns für das Super 8 in San Bruno – sehr sauber, ein prima Preis-Leistungs-Verhältnis und für uns verkehrstechnisch gut gelegen. Den Weg zu unserem Mietwagen am nächsten Tag haben wir mit dem Zug auf uns genommen – hier kamen uns die Backpacks zu Gute, da wir ohne große Probleme all unsere Habseligkeiten und Reiseutensilien transportieren konnten und nicht mehrere Koffer und Taschen hinter uns herziehen und tragen mussten.

 

Tag 1 bis 5  - Etappe 1 unseres Roadtrips von San Francisco nach Mendocino

 

Unseren ersten Tag starteten wir mit Abholung unseres Campervans eher entspannt. Mein Mann zeigte mir prinzipiell erstmal die grundlegenden Dinge, wie alle möglichen Fastfood Ketten, wie der Verkehr überhaupt in den USA funktioniert und so weiter und so weiter.

 

JA – für mich als Landei, das jetzt noch nicht soooo viel von daheim weg gewesen ist, war das schon ein anderes Gefühl und eine neue Welt, aber doch kam schnell das amerikanische Lebensgefühl auf. Nach einem geplanten Umweg über San Jose und einer halben Umrundung der San Francisco Bay machten wir uns auf in Richtung Sacramento. Auf dem Weg dahin stand natürlich auch mein erster Einkauf bei Walmart auf dem Programm, wo wir uns erst einmal unsere Überlebensgrundausstattung kauften.


Ohne eine Liste an zu besichtigenden Sehenswürdigkeiten blieben wir am ersten Tag tatsächlich überall da stehen, wo es uns gefiel oder wir irgendetwas Interessantes entdeckt hatten. Auch etliche Wohnviertel und kleinere Städte haben wir uns auf dem Weg nach Sacramento u.a. über Pleasanton und Stockton angesehen, so dass wir tatsächlich erst mit Einbruch der Dunkelheit an unserem ersten Tageziel ankamen. Der ursprünglich für unsere Übernachtung angedachte RV Park der Sherwood Harbour Marina in West Sacramento hatte so spät leider bereits geschlossen, so dass wir spontan einfach ein paar Meter weiter auf einem verlassenen Parkplatz direkt am Sacramento River unsere erste Nacht im Campervan verbrachten.

 

Der nächste Morgen startete standesgemäß mit einem Frühstück bei Starbucks. Nachdem wir uns in Sacramento die Old Town, Down Town und das State Capitol Building angesehen hatten, fuhren wir weiter in Richtung Lake Tahoe und verbrachten unseren Nachmittag in South Lake Tahoe am Strand bei allerbestem Wetter. Nachdem wir  im Anschluss weiter nach Carson City und Reno fuhren, von dem ich mir ehrlich gesagt viel viel mehr erhofft hatte und ich dem Ganzen leider nicht Spektakuläres abgewinnen konnte, entschieden wir an diesem Tag 2 noch so weit wie möglich zu fahren.

 

Übernachtet haben wir am zweiten Tag an einem etwas abgelegenen Feldweg nahe einer Wohnsiedlung im Ort Susanville, da der dortige RV Park leider nur Wohnmobile und keine Campervans aufnahm, mit der Begründung,  dass es für Reisemobile wie unseres wohl keinen Versicherungsschutz gäbe und deshalb für uns eine Übernachtung dort verboten wäre.

 


Tag 3 wurde zu einem der Schönsten auf unserer gesamten Reise, wie ich finde – ich gehe aber davon aus, dass mein Mann es ähnlich sieht. Highlight des Tages war der Lassen Volcanic National Park und auf jeden Fall die Reise und das Eintrittsgeld wert. Im Park, der mit seiner ganzen Natur schon sehr sehenswert ist gibt es viele Möglichkeiten, sowohl eine kurze als auch etwas längere Wanderungen zu unternehmen, auf denen man neben diversen Seen auch die sogenannten Lava Beds zu sehen bekommt.

 

Unsere Tour an diesem Tag ging über Redding weiter bis nach Weaverville, wo wir an einem der besten und gleichzeitig auch günstigsten Campgrounds übernachtet haben. Der „Bushytail“ liegt an einer erstmal nicht enden wollenden kleinen Straße die entlang eines Flusses eher stadtauswärts führt – kein Mensch kann auch nur ansatzweise vermuten, dass man am Ende in einer solchen Idylle und einem so heilem Fleckchen Erde landet. Inmitten von Rehen, Bäumen und zwei anderen Camperfamilien haben wir dort eine sehr erholsame Nacht verbracht, auch wenn ich die Befürchtung hatte dank der ganzen Warnungen und an jedem Übernachtungsplatz befindlichen Tonne für Essensvorräte, dass wir in der Nacht wohl bärigen Besuch bekommen – zum Glück blieben wir verschont!

 

Am nächsten Morgen ging es weiter Richtung Westen und dem Wissen, dass wir heute endlich wieder die Küste sehen.  Das kleine und unspektakuläre Örtchen Samoa war an diesem Tag unser Tor zum Ozean – auch wenn das Wetter nicht wirklich mitspielte, war es schon ein unbeschreibliches Gefühl zu wissen, dass man in diesem Moment auf einmal „ganz links“ auf der Weltkarte steht und auf den Ozean schaut.

 

 


Eureka – das als Metropole der Holzindustrie und wunderschöne Stadt dank ihrer komplett restaurierten Old Town angepriesene Tagesziel für unseren vierten Tag, war dann doch eher gewöhnungsbedüftig. Das liegt aber nicht an der Stadt selbst, die tatsächlich von Ihren ganzen kleinen Lädchen, den aufwendig restaurierten Häusern und kleinem Hafen her schon sehr charmant ist – was tatsächlich etwas abschreckend wirkt, ist die leider sozial nicht allzu gut situierte einheimische Bevölkerung, die leider für uns ein Grund war so schnell wie möglich wieder von dannen zu ziehen. „Elend“ gibt es leider an so vielen Orten der Welt, aber in Eureka war es ein wenig zu präsent und auch nicht wirklich nachvollziehbar warum – Arbeit schien es dort nicht weniger als in manch anderer Stadt zu geben.

 

Es ging weiter in Richtung Süden nach Ferndale, eine typisch amerikanische Kleinstadt wie man sie aus Filmen kennt. Dort lernten wir erste Einheimische persönlich kennen. Ursprünglich geplant war, dass wir im Riverwalk RV Park übernachten – durch Zufall liefen gleich dort auf dem Nebengelände gerade die Vorbereitungen für ein Reservisten Treffen der US Army. Nachdem wir ins Gespräch mit den Veranstaltern kamen und diese uns erklärten, dass zu dieser Veranstaltung traurigerweise viele ehemalige US Army Soldaten aus dem ganzen Bundesstaat anreisen, um sich wenigsten einmal im Jahr kostenlos medizinisch versorgen zu lassen, wurden wir eingeladen direkt auf dem Gelände zu übernachten und sparten uns die 20$ für den RV Park. Die Leute dort waren mehr als sympathisch und zuvorkommend, viele der Reservisten teilweise schon an die 70 – 80 Jahre alt und bereits Tage zuvor angereist mit Ihrem Zelt – das bringt wirklich zum Nachdenken, wie gut wir es doch im Gegensatz dazu haben.

 

Nach einem sonnigen Morgen ging es entlang des Highway No. 101 weiter in Richtung Süden entlang der Avenue of Giants durch den Humboldt Redwood State Park. Es lässt sich nur schwer beschreiben, was man dort zu sehen bekommt – wir haben uns die Red Woods bzw. Mammutbäume schon groß vorgestellt, aber so groß? Das glaubt man tatsächlich erst, wenn man es mit eigenen Augen gesehen hat, so dass wir uns als sehr große Menschen auf einmal unheimlich klein gefühlt haben. Zwar locken dort viele Nebenstraßen und Stände am Straßenrand mit teuren Führungen und Eintrittsgeldern um durch bestimmte Bäume zu fahren, allerdings haben wir auf all das verzichtet, da man tatsächlich an jedem Straßenrand halten und diese Riesenwälder selbst erkunden kann – auf unsere Kosten gekommen sind wir damit allemal!

 

Weiter ging es dann über Garberville nach Fort Bragg, wo ich an der Tankstelle von einem netten Peterbilt Fahrer angesprochen wurde, wo wir denn herkommen. Was für ein Glück diesen Mann genau in diesem Moment zu treffen, da er uns in Fort Bragg das wohl beste Fisch Restaurant unserer ganzen Reise empfohlen hat. In einem kleinen Hafen bei Sonnenuntergang und im Meer spielenden Seehunden fanden wir das „Sea Pal Cove“ und ließen uns dort auf Empfehlung von unserem neuen Bekannten die besten Fish & Chips schmecken, die wir jemals zuvor gegessen haben.  Ein wirklich toller Abend, an den mein Mann und ich auch heute ein paar Monate später noch gern zurück denken. Auf der Suche nach einem geeigneten Schlafplatz fuhren wir weiter Richtung Süden und übernachteten am Ende in einer Parkbucht mit wundervollem Blick auf den Ozean in Mendocino.


Ich hoffe Euch hat der erste Teil unseres Roadtrips entlang der Westküste gefallen – für mich war es tatsächlich nochmal ein ziemlicher Flashback in viele schöne Momente und das Wecken von diesen unzählig vielen Erinnerungen, die wir auf dieser Reise gemeinsam einfangen konnten.

 

 

Wie es auf unserer Route weitergeht und was wir noch alles erleben erfahrt Ihr im nächsten Reiseblog. Solltet Ihr eine Frage haben oder Euch ein bestimmtes Detail fehlen, dann schreibt uns doch einfach.

 

 

 

Danke fürs Lesen und bis zum nächsten Mal.

 

 

 

Eure Franzi der Familie Brightside

 

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